Nikui Text und Rat Redaktionskontakte

Mit diesen 8 Tipps gelingen Redaktionskontakte

Als ich neu ins Thema PR eingestiegen bin, hatte ich ein mulmiges Gefühl, wenn es darum ging, Redaktionen anzurufen. Ob ich instinktiv gespürt habe, dass man seine Kontakte sehr schnell verbrennen kann? Ich dachte an die Werbeanrufe, die ich, teilweise auch heute noch, ungebeten erhielt und wie sehr sie mich nervten. Ein solcher Anruf zur falschen Zeit konnte dazu führen, dass ich kündigte oder woanders bestellte, auch wenn ich zuvor noch so zufrieden war mit dem Anbieter. An der BAW hatte ich zwar das Rüstzeug für einen guten PR-Berater mitbekommen, aber wie man nun richtig gute Redaktionskontakte führt – diese Erfahrung fehlte mir. Und dementsprechend flau war mir’s auch, als ich den Telefonhörer das erste Mal in die Hand nahm.

Redaktionskontakte: Zum Üben in die Küche

Was mir am unangenehmsten war: dass andere zuhörten. Mir ging richtig die Düse, ich verkrampfte völlig. Da mir in diesem Modus das Arbeiten überhaupt keinen Spaß macht, packte ich meine Sachen und ging in die Küche. Mitsamt Telefon. Zunächst legte ich mir zurecht, wie ich in das Gespräch einsteigen wollte. Einen Zugang zum Thema finden, ohne plump danach zu fragen, ob mein Gesprächspartner die Pressemitteilung erhalten hatte. Ich legte mir verschiedene Argumente zurecht, um bei einem „Nein“ nicht sofort die Flinte ins Korn zu jagen. Ich spielte die Argumente in meinem Kopf durch, bis ich soweit war: So schlimm kann es schon nicht werden. Meine Kollegen schaffen das doch auch. Ich hatte natürlich schon bei Redaktionskontakten zugehört. Das Thema Kaltakquise war mir aus meinem früheren Berufsleben vertraut, als ich Termine für unseren Außendienst vereinbarte und Angebote nachfasste. Also ran an den Speck!

Meine ersten Redaktionskontakte

Was soll ich sagen – er war kurz. Es passierte genau das, was sich in meinem Kopfkino schon oft abgespielt hatte: ich wurde richtig abgebürstet. Zumindest kam ich mir so vor. Es passte aber auch alles zusammen. Der Redakteur war gestresst und ließ mich das spüren. Das warf mir meine so sorgfältige Vorbereitung über den Haufen. Ich kam sprichwörtlich ins Stottern – und aus war’s mit dem Themenvorschlag. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Aber es half nichts: die Kontakte wollten geführt werden. Also ran an den nächsten. Die folgenden zwei, drei Gespräche waren noch etwas holprig, aber es fiel mir immer leichter. Und zu meinem Glück konnte ich für einen Kunden sogar noch einen Fachbeitrag platzieren.

Yes, I can

Nun musste ich nicht mehr in der Küche telefonieren. Mit zunehmender Sicherheit und, ja, auch Routine, störte es mich immer weniger, wenn andere bei meinen Gesprächen mithörten. Ganz im Gegenteil. Jetzt konnte ich auch Tipps annehmen, wie man es an manchen Stellen noch besser machen konnte, wie ein Einstieg leichter gelingt oder welches Argument noch besser ziehen könnte. Damit Ihnen künftig Redaktionskontakte leicht fallen, habe ich 8 Tipps für Sie zusammengestellt:

8 Tipps für Redaktionskontakte, die Spaß machen

  1. Bereiten Sie sich gut vor. Recherchieren Sie: Gibt es aktuelle News? Neue Studien? Besondere Tage oder Ereignisse, die für Ihr Thema perfekt sind? Das könnten gute Einstiege in Ihr Gespräch sein.
  2. Achten Sie auf die richtige Zeit. Sie hängt natürlich davon ab, wo Sie anrufen. Bei Tageszeitungen ist es am besten, sein Glück zwischen 11 und 15 Uhr zu versuchen. Bei Fachmedien kann es auch außerhalb dieser Zeiten sein. Am besten fragen Sie Ihren Gesprächspartner direkt, wann Sie anrufen dürfen. Noch ein Tipp: Vermeiden Sie den Redaktionsschluss. Wenn Sie wissen, dass eine Fachzeitschrift am Donnerstag erscheint, rufen Sie nicht am Mittwoch davor an.
  3. Nehmen Sie Rücksicht auf Ihren Gesprächspartner. Wenn er nur per Mail kontaktiert werden möchte, respektieren Sie das. Genauso respektieren Sie bitte, wenn er bestimmte Tage oder Uhrzeiten hat, die er für Telefonate am liebsten hat. Das zeugt von Respekt. Wenn Sie am Telefon schon merken, dass die Begeisterung gering ist, fragen Sie, ob ein andere Zeitpunkt besser ist.
  4. Seien Sie auf ein „Nein“ vorbereitet. Manchmal passt ein Thema einfach nicht. Hier kann der nächste Tipp helfen.
  5. Gehen Sie mit mindestens zwei Themenvorschlägen ins Gespräch. Wenn Sie mit dem ersten nicht punkten können, schaffen Sie es vielleicht mit dem zweiten. Oder mit einem anderen Aspekt. Wie Sie Themen finden, habe ich in diesem Blogbeitrag beschrieben.
  6. Fragen Sie nach. Mit einem bloßen „Nein“ gebe ich mich selten zufrieden. Ich möchte verstehen, was ich beim nächsten Mal besser machen kann. Schließlich will ich dem Redakteur die Arbeit erleichtern. Das kommuniziere ich ganz klar. Ich mache damit meistens positive Erfahrungen und konnte schon spannende Beiträge platzieren. Redakteure freuen sich auch, gute Ideen geliefert zu bekommen. Ich nerve aber nicht. Wenn ich merke, das Nein ist ein Nein, lasse ich es gut sein. Ich habe ein ziemlich gutes Gespür dafür.
  7. Halten Sie Vereinbarungen ein. Wenn ein Redakteur einen Beitrag möchte, aber nur exklusiv, und ich sage das zu, bekommt kein anderer das Thema. Ich erwarte umgekehrt auch, fair behandelt zu werden. Also achte ich sehr darauf, meine Gesprächspartner nicht zu enttäuschen.
  8. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Ich finde Redaktionskontakte in der Zwischenzeit klasse. Ich freue mich darauf, gute Gespräche zu führen, dazuzulernen, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Kann ich einen Beitrag platzieren oder ein Interview vereinbaren, freue ich mich umso mehr, klar. Es läuft aber nicht immer gleich gut. Wichtig ist es, regelmäßig Gespräche zu führen und mit der richtigen Einstellung an die Redaktionskontakte zu gehen.

Heben Sie den Hörer schon mit einem Lächeln ab. Sie werden sehen, dass Ihnen die Gespräche viel mehr Freude machen. Und Ihrem Gegenüber auch. Denn er hört das Lächeln in Ihrer Stimme. Und freut sich über Ihren Themenvorschlag.

Viel Erfolg bei Ihren Redaktionskontakten!