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Strategie

Industrie 4.0 erfordert Unternehmenskultur 4.0

Unternehmensberatungen haben Hochkonjunktur: Firmen müssen Industrie 4.0 tauglich werden. Also her mit der Digitalisierungs-Strategie. Doch reicht das aus, um in der „neuen Welt“ erfolgreich zu sein? Nein. Denn: nicht nur die Strategie muss stimmen, auch die Unternehmenskultur.

Die Analyse „Facts & Figures zum Beratermarkt 2014/2015“ vom BDU zeigt ganz deutlich: Den Unternehmensberatern geht es blendend. In 2014 legte der Gesamtumsatz um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, die deutsche Wirtschaft wuchs im Vergleichszeitraum um 1,5 Prozent. Die Beratungsfelder, die 2014 am meisten zulegten, waren „Business Development und Innovation mit 8,1 Prozent und „Marketing und Vertriebsstrategie“ mit 7,7 Prozent. Auch für 2015 schätzen die Berater die Aussichten ihrer Zunft rosig ein: Um 7,4 Prozent soll die Branche wachsen, mit der Digitalisierung und dem „hiermit einhergehenden Umbau von Industrie und Wirtschaft“ als Treiber.

Mit Strategie alleine ist es nicht getan

Doch reicht es, mit Beratungsunterstützung an den Stellschrauben IT, Strategie, Marketing & Vertrieb, Beschaffung, Lieferkettenmanagement sowie Changemanagement zu drehen, um reif für die Industrie 4.0 zu werden? Nein. Die Unternehmenskultur ist ein ganz wesentlicher Faktor, wie auch Kirsten Brühl vom zukunftsInstitut feststellt.

Natürlich spielen auch äußere Faktoren eine wesentliche Rolle. Wie Burkhard Wagner von Advancy in seinem Kommentar im Manager Magazin feststellt, bedarf es beispielsweise Regelungen im Datenschutz, die mit der Digitalisierung Schritt halten und sie nicht behindern. Weiter stellt er fest:

Gemeinsame Standards, einheitliche Plattformen und in Teilen gemeinsame Geschäftsmodelle sind die Triebfeder für eine Weiterentwicklung der digitalen Unternehmenskonzepte sowie neuer Kooperationsmodelle.

Eine neue Unternehmenskultur ist gefragt

Doch müssen die Unternehmen selbst auch reif für die Veränderungen sein. Weg von hierarchischen und starren Strukturen hin zu agilen Projekt- und Entscheidungsstrukturen, schreibt Roswitha Wesp in ihrem Beitrag „Digitalisierung: Arbeit wird mobil wie Kapital“ in der Lebensmittelzeitung.
Manager sind gut beraten, folgende Themen in ihren Unternehmen anzupacken, um in der Industrie 4.0 erfolgreich zu sein:

  • Offenheit vorleben. Weg von starren Hierarchien hin zu flexiblen Strukturen. Seien Sie aufgeschlossen für neue Ideen und agil, um schnell darauf reagieren zu können.
  • Zuhören. Eine Schlüsselqualifikation, die manchen CEOs fehlt. Haben Sie ein offenes Ohr gegenüber Ihren Mitarbeitern. Junge bringen frischen Wind ins Unternehmen, ältere ihren enormen Erfahrungsschatz. Wesentliche Komponenten auf dem Weg zum Unternehmen 4.0.
  • Winning Teams bilden. Bringen Sie verschiedene Unternehmensbereiche wie Vertrieb und Marketing an einen Tisch, statt sie getrennt vor sich hinarbeiten zu lassen: Das Ergebnis: erhöhte Schlagkraft und Motivation.
  • Auf Augenhöhe kommunizieren. Lassen Sie die Mitarbeiter an Ihren Gedanken teilhaben. Beziehen Sie sie in Veränderungen mit ein. Den Wandel erfolgreich gestalten können Sie nur mit Ihren Leuten. Gemeinsam erfolgreich, heißt die Devise.
  • Vertrauen. Seien Sie bereit, Verantwortung zu übertragen und lassen Sie mitgestalten. Ihre Mitarbeiter werden Ihr Vertrauen zu schätzen wissen. Eine bessere Motivation gibt es nicht.
Die Digitalisierung lebt. Sie erfordert jedoch Menschen, die sie verantwortungsvoll, effektiv und effizient zu nutzen wissen.

Was meinen Sie? Welche Schlüsselqualifikationen braucht es aus Ihrer Sicht, um in der Industrie 4.0 erfolgreich zu sein? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.