Zuhören

Hör doch einfach mal zu!

Zuhören ist ein leidiges Thema. Jedoch die halbe Miete, wenn es um gute und Wert stiftende Kommunikation geht. Denn wie wollen Sie Ihrer Zielgruppe spannende Inhalte bieten, wenn Sie ihr nicht zuhören? Zuhören ist DIE Schlüsselqualifikation für mehr Business. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, dass es sich lohnt gut zuzuhören, auch wenn es manchmal schwerfallen mag.

Über das Zuhören gibt es zahlreiche Studien und Theorien. Eine beispielsweise sagt: Dass Männer nicht so gut zuhören, liegt an der Stimmfrequenz von Frauen. Zitat: „Die höheren und musikalischeren Frauenstimmen sendeten eine größere Bandbreite akustischer Wellen aus. Dies erfordere eine stärkere Hirnaktivität und Konzentration. Nach einer gewissen Zeit führe diese Anstrengung zur Ermüdung, (…)

Frauen haben ein besonderes Talent, was den idealen Zeitpunkt für Zuhören betrifft. Wie oft ertappen Sie sich selbst dabei, Ihren Partner genau zur Sportschau oder – schlimmer noch – während eines Europa- oder Weltturniers auf Banalitäten wie die Pläne für’s Wochenende anzusprechen? Und wundern sich, dass Sie nicht mehr als ein „ja, ja …“ als Antwort bekommen?

Sie sehen, Zuhören ist gar nicht so einfach. Dennoch – wir sprechen von der Schlüsselqualifikation in der Kommunikation. Wer nicht zuhören kann, kann auch nicht (gut kommunizieren). Darum lohnt es sich, sich mit dem Thema näher zu befassen.

Was heißt eigentlich zuhören?

Wikipedia sagt folgendes dazu: Zuhören bedeutet, dass zum rein körperlichem Vorgang des Hörens zusätzlich die Aufmerksamkeit auf das akustische Signal gerichtet wird. Neben der akustischen Botschaft würden aber auch visuelle Reize sowie Informationen über die Schallquelle und die soziale Situation verarbeitet. Dabei können Zuhörsignale gezeigt werden.

Hm. Das klingt auf den ersten Blick ziemlich nüchtern. Diese Definition springt zudem aus meiner Sicht viel zu kurz. Denn hinter Zuhören steckt doch viel mehr:

  • Sein Gegenüber kennenlernen. Die Mimik und Gestik lesen, die die Kommunikation begleitet. Sich über die Stimme ein Bild machen. Spannende Dinge erfahren, die den Gesprächspartner ausmachen.
  • Lernen, womit ich meinem Gesprächspartner eine Freude machen kann. Sei es mit einer Einladung zum Cream Tea oder durch ein Trostpflaster, weil das Hochzeitskleid verbrannt ist.
  • Durch aktives Zuhören das Gespräch in Gang halten oder sogar steuern. Damit meine ich Interesse signalisieren, Fragen stellen, das Gehörte vor allem bei komplexen Themen zusammenfassen, Dinge klären, etc.
  • Die Stimmung ins Positive bringen. Gerade wenn der Gesprächspartner unzufrieden ist, ist Zuhören sehr wichtig. Sie erfahren, worin der Grund für die Verärgerung liegt und hören heraus, wie Sie den Kunden wieder glücklich machen können.

Zuhören leicht(er) gemacht

Ich höre sehr gerne zu. Denn ich interessiere mich für Menschen, für das, was sie beschäftigt. Und ich mache regelmäßig die Erfahrung, dass gutes Zuhören wertgeschätzt wird. Es öffnet, verbindet und fördert gute Gespräche. Und ist sehr bereichernd. Darum möchte ich meine positiven Erfahrungen heute mit Ihnen teilen.

Folgende Tipps helfen Ihnen dabei, gut zuzuhören:

  • Den richtigen Zeitpunkt finden. Durch Zuhören merken Sie sofort, ob Ihr Anruf ungelegen kommt. Wenn Sie nicht sicher sind, fragen Sie nach. Gerade bei komplexeren Themen sind Sie gut beraten, einen festen Gesprächszeitpunkt zu vereinbaren. So können sich beide Seiten auf das Gespräch gut vorbereiten und sich genügend Zeit für’s Zuhören nehmen.
  • Störfaktoren ausschalten. Nichts ist so demotivierend wie ein Smartphone oder Telefon, vor allem bei ernsten Gesprächen. Ihr Gesprächspartner hat ein Recht auf Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Diese fordern Sie schließlich auch.
  • Mit einer guten inneren Einstellung in das Gespräch gehen. Motivieren Sie sich. Schließlich bringt Sie das Gespräch einen Schritt weiter – durch Klärung einer Sache, neue Informationen, etc. Alles wertvolle Anhaltspunkte für Sie, die Beziehung zu Ihrem Gegenüber zu stärken und weiter Vertrauen aufzubauen.
  • Sich öffnen. Auch gegenüber Kritik. Auf zielbar.de gibt es einen spannenden Beitrag hierzu. Nehmen Sie Kritik nicht persönlich, sondern sehen Sie sie als wertvollen Hinweis, wie Sie Ihr Leistungsangebot verbessern können. Ist Kritik nicht berechtigt, können Sie dies klären. Ihre Offenheit zeugt von Dialogbereitschaft. Damit nehmen Sie gerade schlecht gelaunten Kunden einigen Wind aus den Segeln. Denn: Kunden suchen nach meiner Erfahrung oftmals ein Ventil, eigenen Ärger loszuwerden. Den haben Sie oftmals gar nicht verursacht.
  • Auf die Körpersprache achten. Setzen Sie positive Signale mit Ihrer Körpersprache. Signalisieren Sie Aufmerksamkeit, Aufgeschlossenheit. Das entspannt auch Ihren Gesprächspartner. Auch wenn Sie an der Reihe sind zu sprechen: Ihre eigene Körpersprache macht es dem Gegenüber leichter, Ihnen zu folgen. Bleiben Sie locker, verkrampfen Sie nicht. Das merkt man auch Ihrer Stimme und Ihrer Mimik an. Auch am Telefon. Glauben Sie mir, Ihr Gegenüber hört es, mit welchem Gesicht Sie sprechen. Ein Lächeln verändert Ihre Stimme unglaublich.
  • Sich Notizen machen. Das ist nicht unhöflich, vor allem wenn es um komplexere Themen geht. Sie stellen damit sicher, dass Sie die wichtigsten Details aufnehmen und können unmittelbar nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.

Es gibt eine Reihe von Techniken gerade für das aktive Zuhören (Sprache ist ein Teil davon), die Königsdisziplin des Zuhörens. Andreas Kerneder hat sie auf seinem Blog anschaulich beschrieben. Diese Techniken helfen, sich am Riemen zu reißen, besonders wenn das Zuhören nicht so leichtfällt.

Denken Sie immer daran: Je besser Sie zuhören, desto mehr erfahren Sie von Ihren Stakeholdern und desto besser können Sie auf deren Bedürfnisse eingehen. Das Ergebnis: Sie stärken Ihre Position als Partner der Wahl und steigern Ihren Unternehmenserfolg. Zuhören ist ein Zeichen von Wertschätzung. Wertschätzung ist die Basis für Vertrauen. Und Vertrauen die Voraussetzung für nachhaltige und tragfähige Beziehungen.